Ausbildungsunterlage Hebebaum

Der Hebebaum ist ein ca. 16 kg schweres und 3 Meter langes, besonders für den Feuerwehreinsatz gestaltetes Hebelgerät, das von einer Person bedient werden kann.

Eigenschaften

  • Besteht aus astfreiem, imprägniertem Hartholz

  • Mit eisernem Beschlag an der Lastseite versehen

  • Dient zum Bewegen von Lasten

  • Einsatz als einarmiger oder zweiarmiger Hebel möglich

  • Besonders geeignet zum Anheben und Bewegen von Kraftfahrzeugen

Technische Daten

  • Länge: ca. 3 Meter

  • Gewicht: ca. 16 kg

  • Maximale Traglast: ca. 2000 kg (abhängig von Hebelverhältnis und Unterlage)

  • Material: astfreies, imprägniertes Hartholz mit eisernem Beschlag

Einschränkungen

  • Geringe Hubhöhe (kann durch Unterbauen ausgeglichen werden)

  • Kraftaufwand abhängig vom Hebelverhältnis

  • Stabile Unterlage als Drehpunkt erforderlich

Hebebaum im Einsatz

Der Hebebaum im Feuerwehreinsatz

Bedienung und Handhabung

Einarmiger Hebel

Beim einarmigen Hebel liegt der Drehpunkt zwischen Last und Kraft:

  1. Festen Drehpunkt (Unterlage) positionieren

  2. Hebebaum mit Lastseite (eiserner Beschlag) unter die Last schieben

  3. Unterlage als Drehpunkt ca. 30-50 cm von der Last entfernt platzieren

  4. An der Kraftseite den Hebebaum nach unten drücken

  5. Last wird angehoben

  6. Bei Bedarf unterbauen und Vorgang wiederholen

Vorteil: Große Kraftersparnis durch günstiges Hebelverhältnis

Zweiarmiger Hebel

Beim zweiarmigen Hebel liegt die Last am einen Ende, der Drehpunkt am anderen:

  1. Drehpunkt fest positionieren

  2. Hebebaum mit Lastseite unter die Last schieben

  3. Drehpunkt am äußeren Ende des Hebebaums platzieren

  4. In der Mitte des Hebebaums nach unten drücken

  5. Last wird angehoben

Vorteil: Größere Hubhöhe bei geringerer Kraftersparnis

Unterbauen

Um größere Hubhöhen zu erreichen:

  • Geeignetes Unterbaumaterial verwenden (Kanthölzer, Bohlen, stabile Unterlegkeile)

  • Nach jedem Hubvorgang die Last sichern und unterbauen

  • Schrittweise die Hubhöhe erhöhen

  • Auf Stabilität der Unterkonstruktion achten

Sicherheitshinweise

Danger

Wichtige Sicherheitsregeln beim Einsatz des Hebebaums:

  • Vor dem Anheben die Standsicherheit der Last prüfen

  • Ausreichend stabile Unterlage als Drehpunkt verwenden

  • Nicht unter der Last aufhalten

  • Hebebaum nicht überlasten

  • Auf festen Stand des Bedienenden achten

  • Bei instabiler Last zusätzliche Sicherungsmaßnahmen treffen

  • Hände und Finger vor Quetschungen schützen

  • Keine ruckartigen Bewegungen ausführen

Einsatzgrundsätze

Einsatzbereiche

  • Anheben und Bewegen von verunfallten Kraftfahrzeugen

  • Anheben von Bauteilen und schweren Gegenständen

  • Schaffen von Freiraum bei eingeklemmten Personen

  • Bewegen von Hindernissen

Einsatzvorbereitung

  1. Einsatzstelle sichern

  2. Geeigneten Ansatzpunkt an der Last bestimmen

  3. Drehpunkt festlegen und vorbereiten

  4. Erforderliches Unterbaumaterial bereitstellen

  5. Einweiser und Helfer einteilen

  6. Gefahrenbereich festlegen

Einsatzdurchführung

  1. Hebebaum ansetzen

  2. Drehpunkt positionieren

  3. Langsam und kontrolliert Last anheben

  4. Unterbauen

  5. Vorgang wiederholen bis gewünschte Höhe erreicht ist

  6. Last sichern

Prüfung vor dem Einsatz

Vor jedem Einsatz ist der Hebebaum zu prüfen:

  • Holz auf Risse, Splitter und Beschädigungen kontrollieren

  • Eisenbeschlag auf festen Sitz und Beschädigungen prüfen

  • Gesamtzustand beurteilen

  • Bei Mängeln Gerät der Nutzung entziehen und kennzeichnen

Wartung und Pflege

Regelmäßige Wartung

  • Nach jedem Einsatz reinigen und auf Beschädigungen kontrollieren

  • Holz bei Bedarf nachimprägnieren

  • Eisenbeschlag auf Rostbildung prüfen

  • Bei Bedarf mit geeignetem Holzschutzmittel behandeln

Lagerung

  • Trocken und vor Witterungseinflüssen geschützt lagern

  • Nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen

  • Nicht unter schweren Gegenständen lagern

  • Regelmäßig auf Schädlingsbefall kontrollieren

Jährliche Prüfung

  • Gemäß Herstellerangaben und Unfallverhütungsvorschriften

  • Durch sachkundige Person

  • Dokumentation der Prüfung

  • Bei Mängeln Instandsetzung oder Aussonderung